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Im Gegensatz zu den einfachen Materialien, bei denen man das gesamte Material durchschneidet, handelt es sich hier um Materialien mit Trägerfolie, bei denen in der Regel NUR das Nutzmaterial und nicht die Trägerfolie durchschnitten werden soll. Am häufigsten kommen hier sicherlich Vinylfolie für Wandtatoos, KFZ-Aufkleber, Beschriftungen, Folien für Glas-Veredelung etc. zum Einsatz.

 

Mit oder ohne Matte?

Man kann diese Folien in der Cameo ohne Matte schneiden, da die Trägerfolie letztendlich die Matte darstellt, aber genauere und bessere Ergebnisse erzielt man, wenn man auch für diese Folien die Schneidematte verwendet.

Seitenrichtig

Die Motive werden hier, genau wie bei den einfachen Materialien, seitenrichtig geschnitten - also ohne Spiegelung.

Entgittern

Nach dem Schneiden muss das Motiv entgittert werden, d.h. alle überflüssige Folie muss entfernt werden, damit dann nur noch das gewünschte Motiv auf der Trägerfolie bleibt. Hierzu bietet der Hersteller sog. Entgitterungs-Haken an, viele verwenden auch einfach eine Steck- oder (größer) eine Perlennadel. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass man die besten Ergebnisse mit einem Zahnarztwerkzeug zur Zahnsteinentfernung macht (siehe Amazon: Dental-Sonde und Scaler). Einige dieser Tools befinden sich in der "Plotter-Zubehör-Box" im FabLab. 
Man erleichtert sich die Arbeit ungemein, wenn man um das Motiv herum gleich entsprechende Begrenzungsrahmen schneiden lässt - dies kann je nach Motiv eine Box, ein Kreis oder eine Freihand-Form sein. So kann man grob schon mal das überflüssige Vinyl abziehen, ohne zuviel Materialverlust zu haben. Die feinen Stücke müssen dann entgittert werden.
Je aufwändiger und filigraner das Motiv ist, umso aufwändiger ist auch das Entgittern. Am besten hat man hierzu viel Licht (um die Schnitte zu sehen), viel Geduld und hat vor allem das Motiv auf dem Bildschirm vor sich, um immer wieder mal überprüfen zu können, was weg muss und was da bleiben soll.

Transferfolie / Übertragungspapier

Wenn man nun das fertig entgitterte Motiv vor sich liegen hat, muss die Folie auf eine sog. Transferfolie übertragen werden. Hierzu eignet sich ideal das Application-Tape, dass beim Laser-Cutter zur Schmauch-Spur-Verhinderung verwendet wird, dies hat genau die richtige Klebekraft. Die Transferfolie darf nicht zu wenig kleben, sonst kann man das Motiv nicht von der Trägerfolie abnehmen - es darf aber auch nicht zuviel kleben, sonst kann man das Motiv nicht mehr am gewünschten Ort aufbringen, bzw. hat dort dann ungewünschte Rest-Klebe-Spuren von der Transferfolie.

Man legt also nun das entgitterte Motiv - noch auf der Trägerfolie - vor sich hin und klebt ein passendes Stück Transferfolie darauf. Diese muss nun sehr kräftig "angepresst" werden. Die besten Ergebnisse erreicht man dabei mit sog. Filzrakeln - hier kann man, ohne das Trägerpapier oder die Folie zu beschädigen ausreichend Druck ausüben (siehe Amazon: Filzrakel oder Verkleberakel). Solche Rakel findest Du in der "Plotter-Zubehör-Box" im FabLab.

Nun zieht man die Transferfolie - MIT dem Motiv - vorsichtig von der Trägerfolie ab. Wenn sich Teile des Motivs nicht gleich lösen wollen, Transferfolie wieder zurückkleben und nochmal kräftig rakeln. 

Anbringung

Jetzt kann das Motiv auf die gewünschte Fläche aufgebracht werden - diese muss fettfrei und sauber sein. Alle glatten Oberflächen also am besten mit Isopropylalkohol oder ähnlichem vorher abwischen. Wände sollten vorher an der Stelle abgestaubt werden - gerade bei Raufaser-Tapeten.

Man richtet das Motiv an der gewünschten Stelle aus und klebt die Transferfolie dort an - nun heisst es wieder kräftig rakeln. Danach zieht man die Transferfolie vorsichtig ab - et voilà - man hat seine Beschriftung oder sein Wandtatoo. Auch hier gilt, wie beim Abnehmen von der Trägerfolie: sollte sich beim vorsichtigem Abziehen der Transferfolie zeigen, dass sich ein Teil des Motivs nicht löst - Transferfolie wieder zurückkleben und weiter rakeln.

Schwimmende Nassanbringung

Bei einigen Oberflächen kann es sinnvoll sein, die sog. schwimmende Nass- / Feuchtanbringung zu verwenden - zB bei runden Objekten, mehrfarbigen komplexen Motiven etc. 

Hierzu sprüht man die Oberfläche mit einer Mischung aus Wasser, Spülmittel und Isopropyl-Alkohol ein - ein leichter Nebel, wie zB aus einem Pflanzensprüher reicht hier vollkommen aus. Nun wird das Motiv mit der Transferfolie aufgeklebt und aufgrund der Mischung kann man diese nun "schieben" - sie schwimmt sozusagen auf der Oberfläche und das Motiv kann perfekt ausgerichtet werden. Wenn die finale Position erreicht ist, verwendet man wieder das Rakel und streicht die Flüssigkeit von der Mitte des Motivs vorsichtig in alle Richtungen über die Transferfolie hinaus "raus". Dort sollte die Flüssigkeit dann gleich mit einem Tuch aufgenommen werden, damit sie nicht wieder unter die Transferfolie zurück läuft. Wenn man alle Flüssigkeit entfernt hat, zieht man die Transferfolie vorsichtig im spitzen Winkel ab. Danach braucht es noch einige Zeit, bis die Rest-Flüssigkeit unter der Folie komplett verschwunden ist. 
Wenn man die Feuchtanbringung bei Autos verwendet, muss man beachten, dass man mindestens eine Woche lang nicht in die Waschstraße fahren darf!
Wir haben diese Nassanbringung zB beim FabLab-Logo an der Eingangstür verwendet. Diese Art der Anbringung darf auf Wänden (Putz, Farbe, Tapete) und Holz natürlich nicht verwendet werden, da die Flüssigkeit einziehen würde!

Luftblasen

Es kann vorkommen, dass sich zwischen Oberfläche und Folie kleine Luftblasen bilden. Oft verschwinden diese nach einiger Zeit (ca. 24 Std) von selber, wenn nicht, kann man diese mit einer Näh- oder Stecknadel vorsichtig einstechen und mit dem Filzrakel vorsichtig und sanft glatt streichen.

Flex- und Flockfolien

Flex- und Flockfolien siehe Textilveredelung.

Video

Vinyl-Bearbeitung from FabLab München on Vimeo.

 

Link zum Video, welches den Vinyl-Bearbeitungsvorgang zeigt (entgittern, Transfermaterial, aufbringen)

 

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2 Comments

  1. was sind da genau die Einstellungen für Vinyl? 

  2. Das hängt natürlich, wie so oft, vom Vinyl ab, aber meine quer-über-den-Daumen-meistens-immer-funktionierende-Einstellung für Vinyl:

    Messertiefe auf 1
    Geschwindigkeit 3
    Druck "Dicke" 18